Gesundheit des Kurzhaarcollies

 

Der Kurzhaarcollie war nie ein Modehund. Er ist wenig bekannt. Ihn sieht man nicht oft und wenn, wird häufig kein Rassehund dahinter vermutet. Daß er nie in Mode war, kommt seinem Wesen und seiner Gesundheit sehr zugute.  

 

Er gilt als robust und langlebig und braucht den Tierarzt in der Regel nur zum Impfen!   

 

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier aber kurz einige gesundheitliche Aspekte aufführen:  

 

Die HD (Hüftgelenksdysplasie) ist beim Kurzhaarcollie sehr selten. Dennoch ist eine Röntgenuntersuchung der Hüfte bei den beiden für den Kurzhaarcollie relevanten Zuchtclubs des VDH´s (Verband für das Deutsche Hundewesen) auch beim Kurzhaarcollie für die Erteilung der Zuchtzulassung zwingend erforderlich, so daß diese gefürchtete Hüftfehlstellung, die durch einen abnormen Verschleiss der Hüftgelenke arge Probleme mit sich führen kann, möglichst gar nicht erst auftritt.  

 

Gelegentlich kommt die CEA (Collie Eye Anomaly) in ihrer milden Form (CRH) vor, die den Hund gesundheitlich aber definitiv nicht beeinträchtigt. Bei der CRH handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Veränderung am Augenhintergrund, die so kleine Netzhautbezirke betrifft, daß ein betroffener Hund weder in seinem Sehvermögen noch in seiner Lebensqualität dadurch beeinträchtigt wird. Eine Augenuntersuchung zur Überprüfung von CEA sollte bis spätestens zur 9. Lebenswoche durch den Züchter gemacht werden. Gentests, die die Züchter an den Zuchthunden vornehmen lassen, können die Züchter unterstützen, ausschließlich CEA-freie Hunde in ihrer Nachzucht zu erwirken durch entsprechende Verpaarungen. Schwere Formen der CEA, die sich gesundheitlich auf das Augenlicht auswirken, sind beim Kurzhaarcollie glücklicherweise sehr selten. Hunde mit schweren Formen der CEA (ab Kolobom aufwärts) erhalten in einem seriösen Zuchtverband ein Zuchtverbot!  

 

Sehr selten kommt die auch bei anderen Rassen und Mischlingen vorkommende fortschreitende Netzhautablösung (PRA) vor, die zur Erblindung führen kann. Auch die Hunde mit dieser Erkrankung erhalten in einem seriösen Zuchtverband ein Zuchtverbot!   

 

Zu Beginn der 80er Jahre wurde der Begriff "Ivermectin-empfindlicher Collie" geprägt. Dabei handelt(e) es sich um eine Unverträglichkeit auf das Parasitikum "Ivermectin". Diese Unverträglichkeit wird durch einen Gendefekt verursacht. Inzwischen hat man das Defektgen "MDR1" aufgeschlüsselt und man kann mit einem Gentest betroffene Hunde erkennen. Dieser Gendefekt kommt auch bei anderen Hunderassen vor. Betroffene Hunde sind nicht krank, dürfen aber im Falle einer Medikamentengabe bestimmte Arzneimittel nicht erhalten. Das wissen aber die Tierärzte zwischenzeitlich auch und können durch Vermeiden bestimmter Arzneimittel die Risiken entsprechend umgehen. Die Züchter sind sensibilisiert und vermeiden durch eine geeignete Zuchtauswahl die weitere Verbreitung dieses Gendefekts.  

 

Fazit: Ich selbst bin unter dem Aspekt der Gesundheit zum Kurzhaarcollie gekommen. Ich suchte einen "schäferhundartigen" Hund, der nie überzüchtet wurde und der vor allen Dingen eins kann: Möglichst gesund alt werden!!! Uralt!!! Kurzhaarcollies werden nicht selten 14 - 15 Jahre alt. Sie haben für einen Hund dieser Größe eine hohe Lebenserwartung!
 

Was will man denn noch mehr???