Der Kurzhaarcollie hat nicht so ein typisch kurzes Fell wie z. B. ein Dalmatiner, sondern er sollte eine dichte Unterwolle mit hartem Deckhaar haben, so daß er eher einem stockhaarigen als einem richtig kurzhaarigen Hund gleicht. Ein Kurzhaarcollie haart in der Zeit des Fellwechsels reichlich und sollte in dieser Zeit möglichst täglich gebürstet werden. Was in der Bürste ist, kann nicht auf den Teppich fallen! Ich benutze in der Zeit des Fellwechsels unterstützend zur Bürste und zum Terrierstriegel vorsichtig einen Shedder und alternativ auch einen Furminator, der die abgestorbene Unterwolle klasse entfernt. Ansonsten ist ein Kurzhaarcollie wirklich pflegeleicht. Schmutz läßt sich selbst bei Schmuddelwetter durch Trockenrubbeln leicht entfernen und die Hunde beeindrucken wieder perfekt sauber mit ihren blütenweißen Halskrausen. Die Läufe sind extrem kurz behaart und ruckzuck mit einem Mikrofasertuch sauber gemacht.
Die Ohren der Kurzhaarcollies sind gut belüftet. Sie sind weitestgehend selbstreinigend und müssen nur ausnahmsweise extra gereinigt werden. Floyd und Monja hatten bisher noch nie Probleme mit den Ohren.
Auch die Augen machen keinerlei Probleme, neigen nicht zu Tränenfluss oder sonstigem.
Gelegentlich bekommen unsere Hunde die Zähne geputzt. Wir verwenden dazu eine Hundezahncreme mit Hühnchengeschmack und eine normale Menschenzahnbürste. Büffelhautknochen zum Knabbern sind für die Hunde ständig verfügbar.
Der Kurzhaarcollie war nie ein Modehund. Er ist wenig bekannt. Ihn sieht man nicht oft und wenn, wird häufig kein Rassehund dahinter vermutet. Daß er nie in Mode war, kommt seinem Wesen und seiner Gesundheit sehr zugute.
Er gilt als robust und langlebig und braucht den Tierarzt in der Regel nur zum Impfen!
Der Vollständigkeit halber möchte ich hier aber kurz einige gesundheitliche Aspekte aufführen:
Die HD (Hüftgelenksdysplasie) ist beim Kurzhaarcollie sehr selten. Dennoch ist eine Röntgenuntersuchung der Hüfte bei den Verbänden des VDH´s (Verband für das Deutsche Hundewesen) auch beim Kurzhaarcollie für die Erteilung der Zuchtzulassung zwingend erforderlich, so daß sich diese Krankheit gar nicht erst verbreiten kann.
Gelegentlich kommt die CEA (Collie Eye Anomaly) in ihrer milden Form (CRH) vor, die den Hund gesundheitlich aber definitiv nicht beeinträchtigt. Bei der CRH handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Veränderung am Augenhintergrund, die so kleine Netzhautbezirke betrifft, daß ein betroffener Hund weder in seinem Sehvermögen noch in seiner Lebensqualität dadurch beeinträchtigt wird. Eine Augenuntersuchung zur Überprüfung von CEA wird gegebenenfalls bis zur 9. Lebenswoche durch den Züchter gemacht. Schwere Ausprägungen der CEA, durch die dagegen die Sehkraft mitunter schon sehr früh beeinträchtigt werden kann, sind beim Kurzhaarcollie glücklicherweise sehr, sehr selten; zumal verantwortungsvolle Züchter in der BRD mit solchen Hunden nicht züchten.
Sehr selten kommt die auch bei anderen Rassen und Mischlingen vorkommende fortschreitende Netzhautablösung (PRA) vor, die zur Erblindung führen kann. Hunde mit dieser Erkrankung erhalten in einem seriösen Zuchtverband ein Zuchtverbot!
Zu Beginn der 80er Jahre wurde der Begriff "Ivermectin-empfindlicher Collie" geprägt. Dabei handelt(e) es sich um eine Unverträglichkeit auf das Parasitikum "Ivermectin". Diese Unverträglichkeit wird durch einen Gendefekt verursacht. Inzwischen hat man das Defektgen "MDR1" aufgeschlüsselt und man kann mit einem Gentest betroffene Hunde erkennen. Dieser Gendefekt kommt auch bei anderen Hunderassen vor. Betroffene Hunde sind nicht krank, dürfen aber im Falle einer Medikamentengabe bestimmte Arzneimittel nicht erhalten. Das wissen aber die Tierärzte zwischenzeitlich auch und können durch Vermeiden bestimmter Arzneimittel die Risiken entsprechend umgehen. Die Züchter sind sensibilisiert und vermeiden durch eine geeignete Zuchtauswahl die weitere Verbreitung dieses Gendefekts.
Fazit: Ich selbst bin unter dem Aspekt der Gesundheit zum Kurzhaarcollie gekommen. Ich suchte einen "schäferhundartigen" Hund, der nie überzüchtet wurde und der vor allen Dingen eins kann: Möglichst gesund alt werden!!! Uralt!!! Kurzhaarcollies weden nicht selten 14 - 15 Jahre alt. Sie haben für einen Hund dieser Größe eine hohe Lebenserwartung!
Was will man denn noch mehr???
Britischer Typ
Der britische Kurzhaarcollie unterscheidet sich vom britischen Langhaarcollie durch die unterschiedliche Haarlänge. Obwohl vom Körperbau gleich und vom Wesen her ähnlich führt die FCI, die Weltorganisation der Kynologie, den Kurzhaarcollie (Collie Smooth) und den Langhaarcollie (Collie Rough) als zwei eigenständige Rassen unter gleicher Gruppe, den „Hüte- und Treibhunden“, Sektion „Schäferhunde“.
Die Entstehungsgeschichte des Collies läßt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Es ist anzunehmen, dass der Kurzhaar- und der Langhaarcollie desselben Ursprungs sind. Seinen Namen hat der Collie vermutlich von einer Schafart mit schwarzen Köpfen und schwarzen Beinen erhalten, die im 18. Jahrhundert in Schottland gehalten wurde, den sogenannten „Colleys“. Die Vorfahren unserer heutigen Collies haben diese Schafe gehütet und wurden deshalb „Colley Dogs“ genannt. „Col“ ist übrigens gälisch/keltisch und bedeutet „dunkel“. Dunkel waren auch die „Colley Dogs“. Diese ersten schottischen Schäferhunde waren überwiegend von schwarzer Fellfarbe. Deshalb kreuzte man im Zuge der Weiterentwicklung des Collies vermutlich Setter mit ein. Dies sorgte für leuchtende Farben. Der zu dieser Zeit noch gedrungene Körperbau und der breite Kopf wurden durch Einkreuzen des Barsois im 19. Jahrhundert verfeinert, so dass die Collies ein schnittigeres Aussehen und einen längeren, schmaleren Kopf bekamen. Beim Kurzhaarcollie vermutet man eine Einkreuzung des Greyhounds. Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild war somit geebnet.
Die Arbeitsvergangenheit des Langhaarcollies lag eher darin, im rauen schottischen Hochland Schafe zu hüten, während der Kurzhaarcollie eher im milderen Tiefland Bauern- und Treiberhund der Viehhändler war und die Schafe auf den Markt trieb.
Das englische Könighaus spielte in der Geschichte des Collies eine große Rolle. Im Jahr 1840 wurde in England durch herrschaftliche Liebhaber der „Collie Club“ gegründet. 1858 wurde durch diesen die Anerkennung der Rasse „Collie“ erwirkt. Neben anderen historischen Persönlichkeiten war es insbesondere Queen „Victoria“, Königin von Großbritannien und Irland, die zu ihren Lebzeiten von 1819 bis 1901 als Colliefan die damaligen Züchter der Rasse förderte und Collies gern an europäische Adelshöfe verschenkte, so dass der einstige fleißige Helfer der Schäfer und Bauern auf dem Lande Einzug in die gehobenen Bevölkerungsschichten hielt und zum Hund der Aristokraten wurde. Die Queen hielt nicht nur Langhaarcollies, sondern hatte auch eine Kurzhaarcolliehündin namens „Sharp“ als ständige Begleiterin. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in England Hundeausstellungen veranstaltet. Seit 1870 wurden Kurzhaar- und Langhaarcollies in unterschiedlichen Bewertungsklassen geführt. 1873 wurde in Großbritannien der Kennel-Klub gegründet, der im Jahre 1881 für den Kurzhaar- und Langhaarcollie jeweils einen ersten eigenen Rassestandard festlegte. Der Collie wurde zu dieser Zeit sowohl als Arbeits- als auch als Ausstellungshund gezüchtet.
Das Ausstellungswesen gewann – insbesondere beim Langhaarcollie - immer mehr an Bedeutung und die Züchter verlagerten ihre Zuchtziele immer mehr auf das äußere Erscheinungsbild. Der „Lassie-Boom“ ab dem Jahr 1943 hat dem Wesen und dem Ruf des Langhaarcollies negativ zugesetzt. Die Nachfrage nach „Lassies“ war so groß, dass es zu einer unkontrollierten Massenvermehrung durch „Hinterhofzüchter“ kam, was insbesondere dem Image des Langhaarcollies sehr geschadet hat. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen er den Ruf hatte, zum „Angstbeißen“ und zur „Nervösität“ zu neigen. Nachdem die Modewelle vorbei war, konnten die seriösen Langhaarcolliezüchter ihre Rasse wieder ins rechte Licht rücken. Vom Langhaarcollie kann man sagen, dass er zu den beliebtesten Hunderassen weltweit gehört(e).
Der Kurzhaarcollie hatte Glück und blieb von dem „Schicksal der Popularität“ verschont: Da er nie Modehund war und wenig züchterischen Wandlungen unterworfen wurde, brauchte er sich kaum zu verändern und konnte insbesondere seine guten Gebrauchshundeeigenschaften als Treib-, Arbeits- und Wachhund mit guten Stöbereigenschaften und seine Nervenstärke bis in die heutige Zeit bewahren. Deswegen wird er gerade bei Hundesportlern und für Spezialausbildungen immer beliebter und gilt heute als die pflegeleichte und robuste Variante des Langhaarcollies. Obwohl der Kurzhaarcollie über enormen Arbeitseifer und ausgeprägte Bewegungsfreude verfügt, eignet er sich wegen seiner Intelligenz und seinen vorzüglichen Haushundeigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, großem Anlehnungsbedürfnis an seine Menschen und seiner Umgänglichkeit sehr gut als Familienhund. Aber für "Nur Schnüffelspaziergänge" und "Nur um den Block" ist dieser Hund zu schade! Seine Intelligenz möchte er unter Beweis stellen können und er möchte sich an seinen Erfolgserlebnissen und Ihrem Lob erlaben!
Aufgrund des geringen Genpools des Kurzhaarcollies wurden vereinzelt immer mal wieder Langhaarcollies zur "Blutauffrischung" in die Zucht genommen. Sofern der zur Zucht eingesetzte Kurzhaarcollie von seiner genetischen Anlage her "reinerbig" war, entstanden bei solchen Verpaarungen nur Kurzhaarcollies, da sich das kurze Fell dominant vererbt.
Der Kurzhaarcollie wird in der BRD seit 1961 gezüchtet und gehört trotz des stetig wachsenden Liebhaberkreises und heute knapp 20 VDH-Züchtern in der BRD immer noch zu den unbekannten und seltenen Hunderassen. Ihn gibt es gemäß FCI-Standard 296 vom 19.10.1988 in drei anerkannten Farbschlägen: zobelfarben-weiß (sable-white), tricolour (überwiegend schwarz mit lohfarbenen Abzeichen) und blue-merle. Alle Farbschläge weisen möglichst „collietypische“ weiße Abzeichen auf. Vorteilhaft dabei sind eine weiße Halskrause (ganz oder teilweise), eine weiße Brust, weiße Läufe und Pfoten und eine weiße Rutenspitze und gegebenenfalls eine Blesse auf dem Vorgesicht und/oder am Schädel. Kurzhaarcollies haben mittelgroße, mandelförmige, dunkelbraune Augen. Blue-merle-Kurzhaarcollies können braune und/oder auch blaue Augen haben. Rüden haben eine Widerristhöhe von 56 – 61 cm und wiegen 20,5 bis 29,5 kg. Hündinnen haben eine Widerristhöhe von 51 – 56 cm und wiegen 18,0 – 25,0 kg.
Etwas Wortspielerei zum Schluß: "smooth" (engl.) der englischen Rassebezeichnung "Smooth Collie" (Kurzhaariger Schottischer Schäferhund) bedeutet übersetzt nicht etwa "kurzhaarig" wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, sondern:
mild
eben
glatt
lässig
lieblich
stufenlos
geschmeidig
ausgeglichen
gleichmäßig
ruhig verlaufend
sanft übergehend
reibungslos
nahtlos
fugenlos
ruhig
Das sind alles Adjektive, die super auf den Kurzhaarcollie passen! Hier ist der Name Programm!
(Kurzhaar-)Collies der "American Line"
Der Collietyp der „American Line“ wird in Deutschland immer beliebter. Ihn gibt es sowohl in der Langhaar- als auch in der Kurzhaarversion. In Deutschland gibt es FCI-geschützt innerhalb des VDHs keinen eigenen Rassestandard für den amerikanischen Typ. Dennoch gibt es auch in Deutschland bereits Züchter und auch eingetragene Vereine, die nach amerikanischem Standard züchten.
Die Unterschiede zum britischen Typ finden sich im Wesentlichen in Größe und Gewicht, Kopf, Allgemeinerscheinung (Ausdruck), Fell und erlaubten Fellfarben:
Der amerikanische Standard erlaubt bis zu 5 cm mehr Körperhöhe:
Schulterhöhe Rüden: 60 bis 66 cm
Schulterhöhe Hündinnen: 55 bis 61 cm
und entsprechend etwas mehr Gewicht:
Gewicht Rüden: 27 bis 34 kg.
Gewicht Hündinnen: 23 bis 30 kg.
Der amerikanische Typ hat einen etwas breiteren Unterkiefer und die Augen sind etwas größer als beim britischen Typ.
Der amerikanische Typ erinnert von der Ausstrahlung eher an „Lassie“, den Star der einstigen Kinder-Fernseh-Serie.
Das Fell der Kurzhaarcollies aus amerikanischen Linien ist oft weicher, das Fell der Langhaarcollies weniger üppig.
Beim britischen Kurzhaarcollie (FCI) gibt es drei anerkannte und erlaubte Farben (tricolor, sable und blue-merle). Nach amerikanischem Standard gibt es zusätzlich noch zwei weitere Farbschläge: sable-merle und weiß.
Auch innerhalb der Verbände des VDHs werden „amerikanische Linien“ von vielen Züchtern unter Berücksichtung der drei erlaubten Fellfarben zur Zucht herangezogen. Auf VDH-Ausstellungen werden diese Collies und deren Nachzuchten allerdings nach dem FCI-Rassestandard für den britischen Typ bewertet. Dennoch ist so mancher „Amerikaner“ auch auf VDH-Ausstellungen sehr erfolgreich. Ein Grund dafür kann sein, dass es sicher den typisch „britischen Typ“ und den typisch "amerikanischen Typ“ in seiner Extremform gibt, sich aber viele Collies „dazwischen“ bewegen, die auch innerhalb des FCI-Rassestandards als einfach nur „tolle, größere Typen“ eine Augenweide sind und obendrein durch eine internationale Erbgutbereicherung zur langfristigen Gesundheit der Rasse beitragen – unabhängig vom Collietypen.
Einen gemeinsamen Ursprung haben sie ohnehin alle, ob amerikanischer oder britischer Typ, Kurz- oder Langhaar. Und auch ein „Collie amerikanischen Typs“ ist und bleibt für mich ein „Schottischer Schäferhund“!
Noch eine Anmerkung zum Schluß:
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